Mittwoch, 30. Juli 2014

SEPA - und was nun? Begriffe und Umsetzung leicht gemacht!

Zu Anfang des Jahres 2014 war es für viele noch(!) eine gute Nachricht: Die Einführung des SEPA-Verfahrens verschiebt sich auf den den 01.08.2014.

Die paar Monate sind im Flug vergangen und alles, was der ein oder andere in Sachen SEPA-Einführung so erfolgreich verdrängt hat, holt ihn jetzt mit Macht ein. Dabei ist es alles gar nicht so schwer, wie man denkt. Die meisten Anwender, die sich von Anfang an auf das neue Verfahren konzentriert haben, sind mittlerweile "alte Hasen" und wissen, wo selbiger langläuft.

Immer wieder geistern jede Menge Begriffe durch Fernsehen, Presse und Internet. Was hat es damit auf sich, wozu sind diese gut? Was muss ich beachten, wenn ich SEPA-Überweisungen tätige oder Rechnungen im SEPA-Lastschriftverfahren einziehe?

Da sitzt nun unser Männchen mit gezücktem Stift, dunkelblaue Gedankenwolken durchziehen sein gemartertes Hirn und es weiß gar nicht, wo es anfangen soll. Jetzt aber los, denn in wenigen Tagen gibt es kein Zurück mehr. Na, da wollen wir ihm doch einfach einmal weiter helfen!

 - Begriffe rund und das SEPA-Verfahren -

Kontonummer und Bankleitzahl: Diese werden im Geschäftsverkehr nun abgelöst durch die

IBAN und BIC: Die IBAN ersetzt die Kontonummer, der BIC die Bankleitzahl. Bis zum 01.02.2016 gilt außerdem für private Bankkunden eine Übergangsfrist noch zur Nutzung von Kontonummer und BLZ.

Die IBAN (International Bank Account Number) scheint auf den ersten Blick eine ellenlange undruchschaubare Nummer zu sein, aber nein - das System einmal angesehen, ist es ganz einfach, denn sie besteht aus einem zweistelligen Ländercode (DE für Deutschland), dann kommt eine zweistellige Prüfziffer, gefolgt von der Bankleitzahl (immer 8-stellig) und der Kontonummer (ggf. auf 10 Stellen mit führenden Nullen aufgefüllt). Fertig ist die IBAN.

Der BIC (Business Identifier Code) dient der weltweit eindeutigen Identifizierung der an dem Zahlungsverkehr beteiligten Banken. Er besteht aus acht oder elf alphanumerischen Zeichen und ist wie folgt untergliedert:4-stelliger Bankcode, 2-stelliger Ländercode, 2-stellige Codierung des Ortes, 3-stellige Kennzeichnung der Filiale (optional).

Diese beiden Nummern werden nun grundsätzlich immer gebraucht, egal ob im Onlinebanking oder auch am Bankschalter oder Terminal um Überweisungen zu tätigen oder Lastschriften zu im SEPA-Verfahren zu ziehen. Im Inlandverkehr gibt es noch eine Ausnahme. Die Verwendung des BIC ist hier optional.

Was bedeutet nun SEPA?
SEPA (Single Euro Payments Area) und bezeichnet den einheitlichen europaweiten Zahlungsraum für Transaktionen in Euro. Das Verfahren an sich soll den innereuropäischen Zahlungsverkehr standardisieren und harmonisieren. Damit gilt das SEPA-Verfahren nicht nur im Auslandsverkehr, sondern eben auch im Inland.

SEPA-Überweisungen:
Dies sind Überweisungen, die im aktuellen Verfahren getätigt werden, also unter Verwendung von IBAN und BIC. Sie ersetzen die früheren klassischen Überweisungen mit Kontonummer und Bankleitzahl.

SEPA-Lastschriften:
Dies ist wohl der Bereich, wo sich am allermeisten geändert hat. Denn während früher nur einfach eine Einverständniserklärung zum Lastschriftverfahren unterzeichnet werden musste, hat das Lastschriften ziehende Unternehmen nun viel weitreichendere Aufgaben.

Zunächst benötigt es eine Gläubiger-ID (Gläubiger-Identifikationsnummer):
Diese Nummer kann jedes Unternehmen in Deutschland bei der Bundesbank beantragen. Ist ist ein verpflichtendes Merkmal zur eindeutigen Kennzeichnung des Lastschriftgläubigers und MUSS Bestandteil einer jeden SEPA-Lastschrift sein.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Mandatsreferenz:
Sie ist ein vom Zahlungsempfänger individuell vergebenes Kennzeichen für eine vom Zahlungspflichtigen erteilte Lastschrift-Einwilligung (Mandat). In der Regel eine frei vom Unternehmen vergebene Nummer, die jedes einzelne Mandat eindeutig kennzeichnet. Auch sie ist verpflichtend für jede SEPA-Lastschrift.

Bei den Lastschriften an sich unterscheidet man in  Basislastschrift oder Firmenlastschrift:

Die SEPA-Basislastschrift enthält Elemente vom deutschen Einzugsermächtigungslastschriftverfahren. Das SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren berücksichtigt die Bedürfnisse von Geschäftskunden und ist dem bisherigen Abbuchungsauftragsverfahren ähnlich, wenn auch komplexer.

Weiterhin werden unterschieden: Erst-Lastschrift, Folge-Lastschrift, Einmal-Lastschrift und letztmalige Lastschrift.

Wird mit Einmallastschrift gezahlt, beauftragen Sie einen einmaligen Bankeinzug von einem gewählten Konto. Dies ist beispielsweise so, wenn Ihr Kunde als Zahlungsart Lastschrift gewählt hat und der Kaufbetrag wird einmalig von seinem Konto eingezogen.

Eine Erstlastschrift kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Unternehmen zum ersten Mal IBAN und BIC nutzt, um ein vertraglich vereinbartes Entgelt einzuziehen (Abonnements, Beiträge, Raten usw.)

Auf die Erstlastschrift folgt die Folgelastschrift für alle weiteren abgebuchten  Beträge bis hin zur letztmaligen Lastschrift, die die letzte Abbuchung dieses Mandats kennzeichnet.

Bleibt zum Schluss noch eine Bemerkung zur Pre-Notification:

Die Vorankündigung  oder auch "Pre-Notification" ist  die Information des Zahlers über Höhe und Fälligkeitsdatum durch den Zahlungsempfänger BEVOR der Lastschrifteinzug erfolgt.

Als Vorabinformation gelten verschiedene Möglichkeiten der Mitteilung (z. B. ein Schreiben, ein Brief, eine Rechnung, eine Police, ein Vertrag, Zahlungspläne u.ä.) des Lastschrifteinreichers an den Zahler, die eine Belastung via SEPA-Lastschrift vorankündigt. Diese schriftliche Vorabinformation muss das exakte Fälligkeitsdatum und den genauen Betrag sowie die Mandatsreferenznummer und die Gläubiger-ID enthalten und kann auch mehrere Lastschrifteinzüge ankündigen, in dem Fall, dass Betrag und Datum gleich bleiben.

So - das war ziemlich viel an Information. Wer sich über all diese Dinge  nicht so viel Gedanken machen möchte, für den haben wir wie immer an dieser Stelle einen Tipp. Viele dieser Punkte kann einem eine Software erleichtern. Deswegen haben wir eine SEPA-Schnittstelle für Lastschriften und Überweisungen entwickelt, die als praktische Zukaufoption für folgende Produkte erhältlich ist:

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Und hier wie immer noch unsere Videotipps rund um das Thema SEPA, SEPA-Lastschriften, SEPA-Überweisungen mit rechnungsprofi:

SEPA-Umstellung leicht gemacht:


SEPA-Überweisungen:


SEPA-Lastschriften: